Countdown Episode 6 - Silber bei der Landesmeisterschaft AK40 über die Double Olympic beim Linztriathlon

Die Kurzfassung:

Arges Rennen, wegen der schwierigen Radstrecke, vor allem aber wegen des bescheidenen Wetters..... 13° mit Regen über weite Strecken am Rad.

Mit der Leistung bin ich zufrieden, das Schwimmen ist halt einfach nicht meine Disziplin, das Radfahren war diesmal richtig g..l, beim Laufen war aber wegen des hohen Risikos am Rad nur mehr ein Dauerlauftempo möglich, ich war leer.

Die Splits:

Schwimmen: 35:30, Platz 166

ein langer erster Wechsel mit 5:19, ich habe bewußt investiert um am Rad halbwegs warm zu bleiben, 3 Schichten am Oberkörper, Ärmlinge, lange Stutzen, Mütze unterm Helm.....

Rad: 2:36:02, Platz 28

Leistung: ø197Watt, normalized 205Watt, IF=0,91

der zweite Wechsel war OK

Laufen: 1:31:46, Platz 28

 

Beim Laufen war die zweite Hälfte um 3 Minuten langsamer als die Erste, somit dann auch der schlechteste Halbmarathon in meiner Karriere.....

 

Die Platzierungen:

Gesamt 37 von 266, weitere 60 haben aufgegeben oder wurden disqualifiziert

AK40: 5 von 71

LMS Gesamt: 5

LMS AK40: 2 -> Silber! Ich freu mich riesig!

 

Auswertung

Foto: © cityfoto | Maringer Andreas
Foto: © cityfoto | Maringer Andreas

Die Langfassung:

Eigentlich habe ich mich auf den Wettbewerb gefreut, die Wadenverletzung hat sich gerade rechtzeitig verflüchtigt, mit der Fitness war ich durchaus zufrieden.... nur leider kam dann vier Tage vorher die Wetterprognose: Regen und Kälte, typisches Eisheiligenwetter also. Autsch, nicht meine Bedingungen.... zuviele unangenehme Erinnerungen an Langdistanzwettbewerbe (Mondsee, Bad Goisern) bei sch.....lechtem Wetter sind in meinem Kopf gespeichert.

Ich will da durch, immerhin mein Hauptziel in der ersten Saisonhälfte, alles nur mental, Speicher randvoll auffüllen, mir graust schon vorm Essen........

 

Mit mulmigem Gefühl in der Magengegend geht´s am Freitag zu Pasta-Party und Wettkampfbesprechung, pünktlich dazu setzt teilweise strömender Regen ein, die Temperatur rauscht gleichzeitig in den Keller, zumindest der See hat angeblich beinahe 20°. Das Bekleidungskonzept steht..... na das wird wieder peinlich beim ersten Wechsel, aber ich will nicht mehr als notwendig frieren.

 

Wettkampfmorgen, es ist trocken aber kühl, leider nicht lange, bei der Anreise setzt wieder Regen ein.......

 

Einchecken drei Stunden vor dem Start, die Klappbox ist voll mit Utensilien, die Belüftungslöcher vom Helm sind mit Klebeband verschlossen.

Den Start vom Sprittriathlon schau ich mir an, dann gehts ins Wohnmobil, schalte die Heizung ein und leg´ mich hin, die Tageszeitung bringt mich auf andere Gedanken, es regnet mal mehr mal weniger.......

Irgendwann quäle ich mich dann in den Neoprenanzug, ein bissl einschwimmen, Triathlethen machen sowas.....

 

Heuer gibt´s erstmals einen Wasserstart, also fünf Minuten im See herumwaten und eine mittlere Startposition suchen, Kanonendonner, los geht die Schlägerei.

Bis zur ersten Boje is´ es wieder schlimm, das Gelernte im Becken zählt hier nicht unbedingt. Auf der zweiten Seerunde fängt´s jetzt auch richtig zu schütten an. Es geht zwar alles ein wenig leichter als in den letzten Jahren, leider aber nur geringfügig schneller. 35:30 ist zumindest eine neue Bestzeit auf der Linzer Schwimmstrecke und bringt mich mit Platz 166 ins Mittelfeld.

23 Plätze verliere ich in der Wechselzone, war mir vorher klar..... der Garmin zeigt Puls 165 als ich ihn einschalte.

Am Rad fühl´ ich mich trotz des prasselnden Regens gleich wohl, die Herzfrequenz ist anfangs hoch, ich bleibe aber im angepeilten Leistungsbereich, sammle gleich mal Gruppe um Gruppe ein, alle zu langsam, Flucht nach vorne ist die Wahl.

Der Körper stellt sich jetzt ein, immer öfter schreit der Leistungsmesser "Alarm", der Puls sagt nun allerdings: Fahr schneller! Ich drücke drauf, hohe Trittfrequenz, in den Abfahrten nur ja nicht rollen und die Muskeln auskühlen lassen, 11-er Ritzel sind super! Reihenweise mache ich Plätze gut, das Rad rennt wie deppert, auch wenn meine Maschine inzwischen schon in die Jahre gekommen ist, das Setup und die Aerodynamik passen. 

Heimrennen haben schon Vorteile, jeden Kanaldeckel, jede tückische Kurve habe ich mir auf den unzähligen Besichtigungen eingeprägt, während die Jungs mit den Carbongeschoßen auf den Abfahrten die Hosen voll hatten blieb ich drauf, nur einmal in der Luftenbergerkehre war ich verwundert, dass auch meine Alubremsflanken nicht sofort ansprechen......

Die persönliche Betreuung durch Martin bei der Labestelle in St. Georgen motiviert zusätzlich, auf ihn kann ich mich verlassen!

Die letzten drei Kilometer am Rad nehme ich deutlich raus, jetzt wird sich zeigen ob ich zu hoch gezockt habe. Der Regen wird weniger, hört dann auch gänzlich auf. 34,5km/h Schnitt klingt jetzt nicht großartig, reicht aber für Platz 28 am Radsplit. Rund 1000 Höhenmeter waren zu bewältigen, kommt mir aber eigentlich entgegen!

Ein flinker Wechsel in die Laufschuhe bringt mir diesmal sogar ein paar Positionen.

Trotz Gegenwind gehen die ersten 5km noch in 4:06, so ungefähr hätte ich mir das Tempo vorgestellt, einige Plätze mache ich auch auf dem Weg zurück zum Plesch noch gut, der Schnitt sinkt leider schon auf 4:20, bei jeder Labestelle ein paar langsame Schritte und ISO reinschütten, eher verschütten, mehr als zwei Schluck´ schaff ich nicht.

Raus auf die zweite Runde, ich zähle die Kilometer runter, nurmehr neun, acht, Brücke rauf und runter, sieben, sechseinhalb, letzte Wende beim Lentos, noch fünf, Brücke rauf und runter, unter der Brücke durch, Tunnelblick, so finster wars vorher nicht, bitte lieber Kreislauf bleib noch, nur mehr 4:42min/km auf dem letzten Fünfer, ich verliere vier Ränge, verdammt bin ich langsam..... Anita und Stefan peitschen mich ins Ziel, unter 4h50 muß sich ausgehen...... ich bekomme das Banner für die schnellste Dame, der Moderator ist fast so konfus wie ich....... mir ist übel, der Kreislauf fängt sich aber schnell, Folie zum einwickeln, Finishermedailie, jetzt realisiere ich, ich hab´s geschafft!

 

 

4:22/km am Halben ist für mich mies, trotzdem auch am Laufsplit Platz 28.

Ich habe alles gegeben die Leistung passt.

Zurück zum Womo mit auskühlenden und somit schmerzenden Muskeln... sogar die nur lauwarme Dusche fühlt sich paradisisch an.

Trockene Klamotten an und wieder zum Ziel, finde mich in der Ergebnisliste recht weit oben, Platz 37 gesamt und 5 in der AK40, Landesmeisterschaft gesamt Platz 5 und ..... yesss, zweiter in der Landesmeisterschaft AK40.

Die drei Leberkäsesemmeln schmecken da gleich noch besser, etwas Smalltalk unterm Sonnen- äh Regenschirm bis zur Siegerehrung, dann schnell nach Hause und endgültig aufwärmen...

 

Die Auswertungen auf Pentek zeigen dann schon Potential für Verbesserungen: Schwimmen, Wechsel, Laufen, da bleibt dann eigentlich eh nimmer viel .......

 

Vielen Dank Berny, dass Du mich mit Deiner professionellen Trainingsplanung schon soweit gebracht hast, aber bitte, mach endlich einen richtigen Triathleten aus mir ;-)

 

 

Zum Bericht vom Veranstalter.....

 

 

Update 21.5.2013:

In der einen Woche seit dem Bewerb hatte ich nun Gelegenheit Gründe für die gar so eklatant langsamen letzten Kilometer zu finden.

Ich war extrem auf den Radsplit fokussiert, dass ich noch einen Halbmarathon drauflaufen sollte war mir nicht so richtig bewußt.

Die Folge davon: Ich habe am Rad recht kompromisslos hingehalten, essen war kein Thema, gerade einen halben Riegel an fester Nahrung neben meinem  Kohlehydratgetränk habe ich runtergewürgt. Viel zu wenig um bis ans Ende Energie zu haben....

Rund 1800kCal habe ich rein am Rad verbraucht, geschätzte 400-500 schon vorher beim Schwimmen, 1200 brauch ich für einen Halbmarathon, soviel kann bei mir nicht in den Speichern sein.

Der Fettverbrennungsanteil war bei der Intensität nicht ausreichend um mich mit Power ins Ziel zu tragen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    maff (Sonntag, 12 Mai 2013 16:28)

    Starke Leistung, gratuliere!

  • #2

    Günter (Montag, 20 Mai 2013 11:59)

    Spät aber doch: Meine Hochachtung!! Gratuliere.